Eine gute Ausrüstung kann uns vor Unfällen und schweren Verletzungen bewahren und sogar Leben retten. Besonders wichtig ist es – nicht nur beim Bergsport – den Kopf zu schützen. Es gibt eine Vielzahl von Kletterhelmen auf dem Markt, die wir heute einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen wollen.
Ein Helm schützt nicht nur bei einem eventuellen Sturz, sondern auch beim Aufprall an der Kletterwand oder herabfallenden Steinen. Kletterhelme wurden genau für solche Bedingungen konzipiert, darum sollte man auch auf keinen Fall eine andere Helmart (z.B. Fahrradhelme) beim Klettern tragen. Diese müssen oftmals völlig andere Anforderungen erfüllen und sollten nicht zum Klettern getragen werden. Es könnten z.B. kleine Steine oder Kiesel durch die großen Lüftungsschlitze von Fahradhelmen geraten und großen Schaden anrichten.
Auf das Tragen eines Kletterhelmes solltet Ihr auch in einem Hochseil- oder Klettergarten nicht verzichten, auch wenn die meisten Sportler dort ohne Kopfschutz klettern. Auch hier besteht die Gefahr, dass z.B. kleine Äste oder Zweige von Oben herabfallen oder Ihr unglücklich stürzt.
Ein Helm wirkt ähnlich die die Knautschzone beim Auto: Er absorbiert die Fallenergie. Das bedeutet, dass sich der Helm beim Aufprall verformt und dadurch den Stein abbremst. Je nach Geschwindigkeit können Kletterhelme dadurch stark beschädigt werden. Ist dies der Fall, sollte der Helm in jedem Fall ersetzt werden.
Es gibt viele Outdoor-Hersteller, die Kletterhelme im Sortiment haben. Die Preisspanne reicht dabei von 40 bis etwa 150€. Es ist aber ratsam beim Kauf eines Helmes nicht nur auf den Preis zu schauen und im Zweifelsfalle lieber etwas mehr zu investieren. Informiert euch im Internet oder im Fachgeschäft ausführlich über den Helm, den ihr euch anschaffen möchtet und greift auf keinen Fall zum erstbesten Modell, um euer Gewissen zu beruhigen.
Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Arten von Kletterhelmen: Hartschalen- , Hartschaum- und Hybridschalenhelme.
Hartschalenhelme haben eine Schale aus robustem Kunststoff, in die ein Gurtsystem integriert ist. Durch die Gurte wird die Belastung auf den gesamten Kopf verteilt. Außerdem können die Gurte Energie aufnehmen und dadurch mehreren schweren Stößen standhalten. Zwischen den einzelnen Bändern kann die Luft sehr gut zirkulieren. Durch die große Robustheit des Helmes ist er allerdings auch etwas schwerer als andere Helme.
Hartschaumhelme ähneln vom Aussehen her Fahrradhelmen und bestehen aus Materialien wie Polystyren oder Polypropylen. Über diesem Hartschaum befindet sich eine dünne Schicht aus hartem Kunststoff, um den Schaum zu schützen. Bei einem Aufprall verformt sich der Hartschaum sehr stark und nimmt dadurch Energie auf. Der Helm ist deshalb empfindlicher und kann, im Vergleich zu Hartschalenhelmen, meist nur einen Stoß wirkungsvoll abfangen. Dafür hat er aber den Vorteil, dass er sehr viel leichter ist und durch den Hartschaum gut isoliert.
Hybridhelme vereinen die positiven Eigentschaften von Hartschalen- und Hartschaumhelmen, d.h. sie bestehen aus einer strapazierfähigen Außenschale, die zusätzlich mit einem Hartschaum ausgestattet ist.
Worauf solltet Ihr also beim Kauf unbedingt achten? Eine Checkliste:
* Die richtige Passform: Der Helm muss fest sitzen, aber dennoch komfortabel sein. Über Kinnbänder kann man den Sitz des Helmes regulieren.
* Das Gewicht: Je geringer das Gewicht des Helmes, desto besser. Man sollte den Helm kaum auf dem Kopf spüren können.
* Die richtige Farbe: Schwarze Helme heizen sich in der Sonne unheimlich stark auf. Hellere Farben hingegen reflektieren die Sonne und helfen Euch, einen kühlen Kopf zu bewahren. Außerdem ist man durch helle Farben im Notfall besser sichtbar.
* Eine Stirnlampenhalterung: Sorgt auch im Dunkeln für den Richtigen Durchblick. Ist aber eigentlich standardmäßig schon an den meisten Helmen vorhanden.
* Belüftungsschlitze: Sollten vergittert oder seitlich angebracht sein. Dadurch kann die Luft gut zirkulieren, aber Steine haben keine Chance durch die Schlitze auf den Kopf zu prallen.
* Einfache Verstellmöglichkeiten: Alle Riemen und Bänder am Helm sollten sich schnell und einfach verstellen lassen. Das geht am Besten mit sogenannten Verstellrädern. Schnallen sind oftmals umständlich und lassen sich nur bedingt beim Klettern verstellen.
Welche Helmart für euch die Richtige ist, kann euch am Besten ein Fachmann im Outdoorgeschäft erklären. Lasst euch umfassend beraten und vergleicht die verschiedenen Angebote genau. Die Klettersaison beginnt ja gerade erst, da bleibt noch genügend Zeit für den Kauf eines Kletterhelmes! : )