Die Freizeitgestaltung von Senioren hat sich in den letzten zehn bis zwanzig Jahren grundlegend verändert. Früher waren kleine Spaziergänge durch den Park oft die einzige Bewegung, die ältere Menschen noch hatten. Heute wollen Senioren bis ins hohe Alter fit bleiben, und sie tun auch eine Menge dafür. Kein Wunder, dass sie inzwischen auch Spaß an Sportarten haben, die vor ein paar Jahrzehnten noch völlig undenkbar gewesen wären.
Klettern für Senioren ist ein gutes Beispiel. Wer im fortgeschrittenen Alter noch klettern möchte, sollte zuerst seinen Arzt befragen. Mit einem gründlichen Checkup und einem Belastungs-EKG wird dieser abklären ob der Körper der hohen Belastung gewachsen ist. Sind Herz oder Blutdruck nicht in Ordnung, könnte die eine Ausübung des Klettersports einfach zu riskant werden. Gibt der Arzt grünes Licht, kann sofort mit dem Training begonnen werden. Dabei gilt: Es langsam angehen lassen!
Fitnessgeräte sorgen für die nötige Ausdauer und den Muskelaufbau. Möchte jemand lieber nicht im Studio trainieren, bietet sich ein Klapprad für den Kofferraum an – in der grünen Natur mit dem Fahrrad unterwegs zu sein macht vielem mehr Spaß als das monotone Strampeln auf dem Heimtrainer. Auch wandern hilft, die Ausdauer zu fördern und ist eine gute Vorbereitung auf eine Klettertour.
Bevor der Kletterspaß beginnen kann, braucht jeder Senior noch eine gute Ausrüstung. Hier bitte nicht am falschen Ende sparen: hochwertige Kleidung, festes Schuhwerk und eine professionelle Kletterausrüstung sind vor allem wichtig für die Sicherheit. Keiner möchte einen Unfall riskieren, nur weil die Ausrüstung billig und qualitativ minderwertig ist. Gerade Kletter-Neulinge, egal welchen Alters, sollten immer im Team klettern. Für den Anfang sollte eine Seniorengruppe kleinere Touren planen und sich nicht übernehmen. Schließlich geht es hier nicht um Leistung, sondern um Spaß und ein gemeinsames Erleben der Natur.
Zu viel Erfolgsdruck bei langen Touren und steilen Anstiegen ist kontraproduktiv und kann vor allem der Gesundheit schaden. Für die Auswahl der richtigen Tour gibt es einschlägigen Reiseführern. Hier steht auch detailliert, wie anstrengend die Route ist. Aber auch Einheimische sind gute Ansprechpartner für geeignete Strecken. Kommt dann noch ein erfahrenerer Kletterer mit auf Tour, kann es losgehen: denn der Berg ruft!

